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Nach der Reformation wurde in der Stadt Itzehoe 1864 erstmalig wieder die Heilige Messe einer katholischen Gemeinde gefeiert. In unregelmäßigen Abständen kamen danach die Pastoren der Pfarrei Glückstadt nach Itzehoe. Als Glückstadt nicht mehr besetzt war, reiste jeweils ein Priester aus Kiel an, um zunächst in einer Privatwohnung, später im Amtsgericht und schließlich in der St. Jürgen-Kapelle Eucharistie mit den katholischen Christen zu feiern.
Im Jahr 1903 wurde in Itzehoe ein Seelsorgebezirk errichtet. Gleichzeitig wurde mit dem Bau der St. Ansgar-Kirche begonnen. Der damalige Stadtbaumeister Timm Kröger wurde mit dem Bau der Kirche beauftragt. Er verwendete romanische Stilelemente. Der Bau wurde im Jahr 1904 vollendet.
In der Folgezeit wurde die Kirche mehrmals umgebaut bzw. ergänzt. Unter anderem wurden eine Taufkapelle und eine Sakristei an die Kirche angefügt, wodurch zwei Fenster des Gottesdienstraumes kein Tageslicht mehr durchlassen konnten. Die ursprünglichen Fenster im Altarraum wurden zugemauert. In die Kirche wurde eine Empore für die Orgel und den Chor eingefügt. Damit wurden zwei weitere Fenster als Lichtspender verloren.
Nach dem zweiten Weltkrieg schuf der Segeberger Bildhauer Otto Flath eine wuchtige, hölzerne Kreuzgruppe, die neben einem Kruzifix überlebensgroße Figuren der Gottesmutter Maria und des Lieblingsjüngers Johannes umfasste. Vom gleichen Künstler stammen die Kreuzweg-Stationen.
Im Jahr 1964 erhielt die Kirche einen Dachreiter für die Kirchenglocke. Diese wurde bereits 1855 in Hildesheim gegossen, ist also wesentlich älter als das Gotteshaus selber.
Im Laufe der Jahre zeigte das Gebäude eine ganze Reihe von Gebrauchsspuren: Die Wandanstriche und die Decken wurden immer grauer, der Fußboden wies deutliche Beschädigungen auf, die Heizungsanlage und die Lautsprecheranlage waren in keiner Weise mehr zeitgemäß, sanitäre Anlagen fehlten völlig und vieles mehr. So reifte Mitte der Neunziger Jahre der Gedanke, die Kirche zu sanieren.
In langen Gesprächen und Diskussionen entschlossen sich Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat schließlich, eine Totalrenovierung durchzuführen. Mit der Bauleitung wurde der Architekt Kurt Gelhaar betraut. Die künstlerische Gestaltung wurde Heinrich-Gerhard Bücker und seinem Sohn Matthias Bücker-de Silva übertragen.
Vorrangiges Ziel der Renovierung war es, möglichst den ursprünglichen Zustand des Gotteshauses wieder herzustellen. Deshalb wurden die Anbauten entfernt, die Fenster im Altarraum und die kleinen Durchgänge links und rechts des großen Altarbogens wieder geöffnet. Da das Kircheninnere wieder mehr Tageslicht erhalten sollte, musste die Orgelempore versetzt werden. Die Orgel ist nun auf der Empore verschiebbar, so dass der Kirchenchor bei seinen Auftritten geschlossen stehen kann und in den "normalen" Gottesdiensten die Orgel in der Mitte der Empore steht. Verschiebbare Orgeln soll es in Europa nur noch in Lübeck und Wien geben.
Ebenfalls um die Kirche heller zu machen, wurden in der Umbauphase die Fenster ausgetauscht. Statt der bunten, mosaikartigen, relativ dunklen Fenster finden wir nun milchig-weißes, durchscheinendes Glas in Verbindung mit einem einladenden, hellen Blau, das in Künstler- kreisen "Bückerblau" genannt wird.
Der hölzerne Altar, der als Provisorium angeschafft wurde und dann etwa dreißig Jahre in der Kirche blieb, wurde ersetzt durch einen achteckigen Altar aus hellem Stein, der scheinbar aus dem neuen Steinboden empor zu wachsen scheint. Im Kreuzungspunkt der Kirchenlängsachse und des vom Eingang kommenden Querganges befindet sich nun der runde Taufbrunnen, der ebenfalls aus hellem Stein gefertigt ist. Der Standort soll daran erinnern, dass zum Eintritt in die Kirchengemeinschaft notwendig die Taufe gehört.
Im Verlaufe der Renovierung stellte sich heraus, dass die Kreuzgruppe von Otto Flath nicht mehr in das Gesamtbild des neuen Gottesdienstraumes passt. Nachdem ein Käufer gefunden wurde, der einen neuen, geeigneten Standort für dieses Kunstwerk anbieten konnte, entschlossen sich die Gremien (teils schweren Herzens) zum Verkauf der Gruppe. Das heutige Gesamtbild der renovierten St. Ansgar-Kirche gibt dieser Entscheidung Recht.
Am 28. November 1998 weihte der Hamburger Erzbischof Dr. Ludwig Averkamp nach nur siebenmonatiger Umbauzeit den Altar der neuen, alten Kirche.
Willy Arbeiter
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